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Fragen und Antworten

Sie möchten mehr über die unERASURE Tour erfahren? Hier finden Sie Antworten auf wichtige Fragen rund um das Projekt, die Tour, die Anmeldung und Ihre Möglichkeiten, mitzumachen.

Die FAQs für Schulen finden Sie hier.

Was ist die Die unERASURE Tour?

Die unERASURE Tour ist ein erfahrungsorientierter Ansatz, um Geschichte, Erinnerung und unsere unmittelbare Umgebung neu zu entdecken.

Es geht nicht darum, möglichst viele Fakten zu vermitteln oder einem festen Lehrplan zu folgen. Stattdessen schaffen wir einen Rahmen, in dem Lernen durch Beobachtung, Fragen, Austausch und eigene Entdeckungen entstehen kann.

Teilnehmende werden eingeladen, Orte und Spuren in ihrer Umgebung neu zu betrachten: einen Stolperstein auf dem Gehweg, eine Gedenkstätte, ein Gebäude, eine Schule oder einen Ort, dessen Geschichte heute vielleicht kaum noch sichtbar ist.

Dabei geht es nicht nur um die Frage:

„Was ist hier passiert?“

Sondern ebenso um:

„Was bedeutet diese Geschichte für uns heute?“

Ist die Die unERASURE Tour eine klassische Stadtführung? Nein.

Das Wort „Tour“ bezeichnet vor allem das Konzept und nicht eine festgelegte Route oder eine klassische Führung.

Es gibt keinen vorgeschriebenen Treffpunkt und keinen festgelegten Rundgang. Die Teilnehmenden können ihre eigene Umgebung erkunden und selbst entscheiden, welche Orte sie interessant finden.

Vielleicht ist ein Stolperstein schon hundertmal auf dem Schulweg gesehen worden. Vielleicht ist ein Gebäude vertraut, ohne dass bekannt ist, welche Geschichte damit verbunden ist.

Die Tour lädt dazu ein, solche Orte mit einem neuen Blick zu betrachten. Dabei fragen wir beispielsweise:

  • Was ist hier geschehen?
  • Was ist heute noch sichtbar?
  • Welche Geschichten sind bekannt — und welche nicht?
  • Was wurde erinnert und was ist verschwunden?
  • Gibt es Dinge in unserer eigenen Gegenwart, die heute verborgen bleiben und über die sich Menschen in der Zukunft fragen werden, warum niemand darüber gesprochen hat?
  • In welcher Gesellschaft möchten wir leben?

Die Tour ist deshalb vor allem eine Einladung zu Reflexion, Dialog und Auseinandersetzung.

Für wen ist die Die unERASURE Tour gedacht?

Das Projekt hat zwei miteinander verbundene Bereiche:

  • Schule: für Schüler:innenr, Lehrkräfte und Sozialarbeiter:innen
  • Community: für Anwohner:innen, Familien und die interessierte Öffentlichkeit

Beide Bereiche können sich miteinander verbinden, wenn dies gewünscht ist.

Dabei ist es nicht wichtig, von welchem Wissensstand jemand ausgeht. Man muss kein:e Expert:in für jüdische Geschichte oder Nationalsozialismus sein.

Wir glauben, dass jeder Mensch etwas entdecken kann — auch an Orten, an denen er oder sie schon oft gewesen ist.

Was unterscheidet die Tour von klassischem Unterricht?

Die Die unERASURE Tour ist erfahrungsorientiert und nicht primär didaktisch. Wir wollen nicht, dass Teilnehmende möglichst viele Informationen für einen Test lernen und anschließend wiedergeben. Stattdessen schaffen wir einen Rahmen, in dem sie selbst beobachten, Fragen stellen, Zusammenhänge herstellen und miteinander ins Gespräch kommen können.

Ein Stolperstein ist dann nicht mehr nur ein kleiner Stein mit einem Namen. Ein Haus ist nicht mehr einfach nur ein Haus.

Die Frage wird:

  • Wessen Leben hat hier stattgefunden?
  • Was ist an diesem Ort geschehen?
  • Was davon ist heute noch sichtbar?
  • Und was bedeutet es für uns, dass wir heute hier leben?

So kann aus einem scheinbar vertrauten Ort ein Ausgangspunkt für eine persönliche Auseinandersetzung mit Geschichte werden.

Welche Materialien und Informationen bietet die Tour?

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist eine umfangreiche digitale Datenbank mit Orten, die mit jüdischem Leben während des Nationalsozialismus in Köln verbunden sind.

Dazu gehören unter anderem:

  • Stolpersteine und die damit verbundenen Biografien
  • Gedenkorte und Erinnerungsstätten
  • ehemalige “Judenhäuser“, also die Orte, an denen jüdische Menschen während der Nazi-Zeit gegen ihren Willen zwangsuntergebracht wurden.
  • Orte jüdischen Lebens
  • historische Quellen und weiterführende Materialien
  • Links zu bereits bestehenden Informationsangeboten

Viele dieser Geschichten sind im heutigen Stadtbild nicht unmittelbar erkennbar.

Wer an einem Stolperstein vorbeigeht, erhält vielleicht einen ersten Hinweis auf eine Person. Die Datenbank ermöglicht es, tiefer in die jeweilige Geschichte einzutauchen.

Auch ehemalige “Judenhäuser” sind häufig nicht gekennzeichnet. Ohne zusätzliches Wissen ist nicht erkennbar, dass an einem bestimmten Ort jüdische Familien während des Nationalsozialismus zwangsweise zusammengelegt und untergebracht wurden.

Die Tour möchte solche Zusammenhänge sichtbar und zugänglich machen.
Dabei möchten wir unser Wissen auch über die bisher gut dokumentierten Orte hinaus

erweitern — insbesondere über jüdisches Leben auf der rechten Rheinseite.

Können Teilnehmende selbst etwas zur Datenbank beitragen?

Ja.
Die Datenbank soll nicht nur Wissen zur Verfügung stellen, sondern auch durch das Wissen der Menschen vor Ort weiter wachsen. Über eine interaktive Karte können registrierte Teilnehmende Orte, Geschichten und Hinweise vorschlagen, die bisher noch nicht aufgenommen wurden.

Damit wird die Karte zu einem gemeinsamen Projekt. Die Frage lautet also nicht nur:

„Was wissen wir bereits?“

sondern auch:

„Was weißt du, was hier noch fehlt?“

Wie funktioniert das Lernen während der Tour?

Der Schwerpunkt liegt auf Fragen und Beobachtungen.

Teilnehmende können einen Ort allein, mit ihrer Klasse, mit Freunden, mit der Familie oder im Rahmen einer Community-Aktivität erkunden. Dabei geben wir Impulse, die dazu anregen, die Geschichte mit den eigenen Erfahrungen und der Gegenwart zu verbinden.

Wenn eine Gruppe beispielsweise ein ehemaliges „Judenhaus“ betrachtet, also ein Haus in das Jüd:innen gezwungen wurden zu vielen Familien zu ziehen, könnte eine Frage lauten:

„Wie würde es sich anfühlen, wenn heute etwas Vergleichbares mit Menschen in unserer Nachbarschaft geschehen würde?“

Oder:

„Würde dieses Wissen unsere Sicht auf unsere Nachbar:innen verändern?“

Es gibt dabei nicht immer eine einzige richtige Antwort. Entscheidend ist, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, unterschiedliche Perspektiven hören und ihre eigenen Gedanken entwickeln.

Lehrkräfte und Sozialarbeiter:innen können diesen Prozess begleiten und historische oder gesellschaftliche Zusammenhänge ergänzen.

Warum verbindet die Tour Geschichte mit dem Leben heute?

Geschichte kann sehr abstrakt wirken, wenn sie ausschließlich über Jahreszahlen, Namen und Ereignisse vermittelt wird. Ein Ort in der eigenen Nachbarschaft kann Geschichte dagegen konkret und erfahrbar machen.

Wenn junge Menschen einen Stolperstein sehen oder ein Gebäude entdecken, das mit jüdischem Leben verbunden ist, geht es nicht mehr nur um etwas, das „irgendwo anders“ passiert ist. Es geht um einen Ort, an dem sie heute selbst leben. Dadurch kann eine persönliche Verbindung zur Vergangenheit entstehen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, was diese Geschichte mit unserer Gegenwart zu tun hat.

Die Die unERASURE Tour beschäftigt sich deshalb nicht nur mit jüdischem Leben in den 1930er- und 1940er-Jahren. Sie beschäftigt sich auch mit Fragen, die bis heute relevant sind: Ausgrenzung. Othering. Antisemitismus. Rassismus.

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